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Warum gerade alle über EsDeeKid sprechen

Niemand weiß, wie er aussieht. Trotzdem kennt ihn plötzlich jeder. Oder gerade deshalb. EsDeeKid ist in wenigen Monaten vom Liverpooler Geheimtipp zum globalen Gesprächsthema geworden. Maskiert, mythenumrankt, mit absurden Schlagzeilen im Schlepptau und einem Debütalbum, das sich wie ein nächtlicher Dauerrausch anfühlt. Rebel ist kurz, roh und direkt. Kein Erklären, kein Einordnen, kein Abstand.

Die Songs wirken wie Momentaufnahmen aus einer sehr langen Nacht. Autofahrten ohne Ziel, Clubs kurz vor dem Morgengrauen, Becher, Pillen, Adrenalin. EsDeeKid rappt mit diesem unverkennbaren Scouse-Akzent, der alles färbt, was er sagt. Man versteht nicht immer jedes Detail, aber man spürt sofort die Haltung. Es geht weniger um Geschichten mit Anfang und Ende, mehr um Energie, Präsenz und dieses permanente Gefühl von kurz vor dem Eskalieren.

Dass Rebel international zündet, überrascht kaum. Die Tracks funktionieren im Kopfhörer genauso wie aus einem vorbeifahrenden Auto, irgendwo zwischen Chaos und Kontrolle. Die Maske bleibt auf, die Projektionsfläche ist riesig und genau das macht den Reiz aus. EsDeeKid gibt wenig preis, aber genug, um hängen zu bleiben. Und während alle noch rätseln, wer da eigentlich rappt, läuft das Album längst weiter.