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Paris Mens H/W Highlights

Man könnte es die modische Version des Extrembergsteigens nennen. Kaum hatte Jonathan Anderson den ersten Gipfel erklommen und seine ersten Herren- und Damenkollektionen für Dior gezeigt, nahm er schon den nächsten ins Visier. Noch vor seinem Haute-Couture-Debüt legte er mit seiner zweiten Herrenkollektion nach und suchte bewusst nicht den sicheren Weg. Statt Dior-Archiv ging es zurück zu Paul Poiret, dem ursprünglichen Provokateur der Avenue Montaigne. Ein eleganter Reminder, dass Risiko und Geschichte bei Dior näher beieinanderliegen, als man denkt.

Dior

KidSuper

Bei KidSuper war eine Show natürlich wieder mehr als nur eine Show. Colm Dillane eröffnete mit einem Kurzfilm, düster, leicht paranoid, Vincent Cassel mittendrin. Kino statt Catwalk, Referenz an La Haine inklusive. Mode als Erzählung, nicht als Produktpräsentation.

Louis Vuitton

Louis Vuitton setzte dagegen auf Beständigkeit. Pharrell Williams erklärte „timeless“ zum neuen Schlagwort und feierte das Monogram als kulturelles Kapital. Die Kollektion war klassischer als zuletzt, mit Blick nach vorn, aber fest verankert in dem, was Louis Vuitton seit 130 Jahren ausmacht.

Juun.J

Juun.J erklärte Casual offiziell für pausiert. Jung Wook-jun zeigte, dass Formalität nichts mit Steifheit zu tun hat. Denim auf Denim wurde abendtauglich, Schnitte standen über Kategorien und die Silhouetten hatten mehr Ballroom als Street.

Y-3

Y-3 verwandelte den Laufsteg in eine Art Performance-Parcours. Tanz, Motorsport, Skateboarding und ein überraschender Abstecher in die Formel 1 trafen auf Yohji Yamamotos dunkle Präzision. Viel Bewegung, viele Referenzen, viel los.

Hermès

Bei Hermès wurde es emotional, aber nie sentimental. Véronique Nichanian verabschiedete sich nach 37 Jahren mit einer Kollektion, die genau das zeigte, was sie immer ausgezeichnet hat. Leichtigkeit, Luxus und kleine Eigenwilligkeiten. Ein Au revoir ohne Wehmut.

Ami

Ami Paris schließlich blickte zurück, um neu zu starten. Alexandre Mattiussi kehrte zu seinen Wurzeln zurück und schickte genau die Menschen über den Laufsteg, die man gern vom Café-Tisch aus beobachtet. Lässige Eleganz, etwas Grunge, viel Volumen und Mäntel mit genug Haltung für Alltag und Anlass. Paris eben.