Backrooms - A24
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Ein 20-Jähriger mit seiner Backrooms YouTube-Serie hat gerade Hollywood gezeigt wo es lang geht

Ein 20-Jähriger aus dem Internet hat gerade A24s größtes Eröffnungswochenende aller Zeiten hingelegt. 81,5 Millionen Dollar. Domestic. Mit einem Film über gelbe Flure und dem kollektiven Trauma, das wir alle irgendwie teilen, ohne je darüber gesprochen zu haben. Kein Franchise. Keine IP aus den 80ern. Keine Fortsetzung von etwas, das schon mal funktioniert hat. Einfach: Flure. Summen. Angst.

Kane Parsons hat Backrooms nicht in einer Filmschule entwickelt. Er hat eine YouTube-Serie gemacht. Über liminale Räume. Über das Gefühl, in einem Ort zu sein, der aussieht wie irgendwo – aber nirgendwo ist. A24 hat das gesehen, ihm einen Scheck gegeben, und jetzt ist er der jüngste Regisseur mit einem Nummer-eins-Film in der Geschichte des amerikanischen Kinos. Josh Trank war 27. Parsons ist 20. Er darf in manchen Bundesstaaten noch nicht mal trinken.

Das ist keine Ausnahme. Das ist die Ansage.

Während Hollywood weiterhin Franchise-Sequels mit 200-Millionen-Budgets in den Sand setzt, kommen die echten Hits von Leuten, die verstehen, wie das Internet fühlt. Nicht wie es aussieht – wie es fühlt. Die Backrooms sind kein visuelles Konzept. Sie sind ein emotionales. Dieses leise, kriechende Unbehagen, wenn etwas vertraut wirkt, aber falsch ist. Jeder kennt das. Keiner weiß warum. Parsons wusste das – und hat daraus Kino gemacht, während irgendwo in Burbank jemand gerade den fünften Akt von Transformers 9 pitcht.

Die Frage ist nicht, ob Hollywood das kapieren wird. Die Frage ist, wie lange sie brauchen. Denn während die Studios noch in Meetings sitzen und fragen, ob Gen Z überhaupt ins Kino geht – sitzt Gen Z im Kino und guckt einen Film, den einer von ihnen gemacht hat.

Internet-Mythologie ist Kulturgeschichte. Wer das immer noch nicht ernst nimmt, hat das falsche Zimmer betreten.