Letzter Tag der London Fashion Week, strahlend blauer Himmel über der Stadt, und Daniel Lee zeigt seine Spring/Summer-2027-Kollektion für Burberry. Besser hätte das Wetter nicht mitspielen können.
Lee arbeitet gern mit sehr britischen Kulissen. Mal waren es Festivals wie Glastonbury, mal fettige Greasy-Spoon-Cafés, mal die nebligen Ufer der Themse bei Nacht. Diesmal ist es der englische Sommer. Wildblumen-Stickereien wie von der Landwiese, Tennisrasen-Grün, Erdbeeren mit Sahne. Alles ein bisschen leichter, alles ein bisschen fröhlicher.
61 Looks, einer davon getragen von Central Cee. Lee selbst nennt es Burberry von seiner seelenvollsten Seite. Ihm geht es um eine gewollte Unperfektheit: ein Teil wirklich zu besitzen und darin zu leben.
Das sieht man auch. Statt strenger Trenchcoats gibt es Anoraks mit Fallschirm-Volumen über Pastellkleidern. Slipdresses glitzern mit Pailletten in Bonbonfarben. Tailoring und Sportswear kommen weit und mit Vintage-Schnitten, als hätte man sie sich aus dem Kleiderschrank der Großeltern geliehen.
Dazu ging es tief ins Archiv, und eine Frau zieht sich durch die ganze Kollektion: Celia Birtwell. Die britische Textilkünstlerin hat mit ihren Prints den Look der 60er und 70er geprägt und war eng mit David Hockney befreundet. Lee nutzt ihre Bildsprache für den Nova Check, heruntergebrochen auf klare Linien und geometrische Flächen. Sogar die Sitze der Gäste sahen aus wie aus dem Disney-London dieser Zeit, Stichwort „101 Dalmatiner“.
Im Hintergrund lief David Bowie. Irgendwo zwischen Mary Quant, King’s Road und Biba.



