Über den Umgang mit dem unverbindlichen Verkehre

 

„Es ist wieder die Zeit im Jahre da man des Alleinseins überdrüssig und man bereit zum Paarungsakte ist. Doch warum sollte man wie heutzutage, im Zeitalter des Smartphones und Facebook, üblich sich nicht mit den virtuellen Freuden begnügen, sondern der Taten voranschreiten und dem Echten, Wahren frönen. Sofern die Entscheidung gefasst, beachte man einige Regeln. Denn wir sehen derweilen die klügsten, verständigsten Menschen, wenn es um den Bootycall geht, Schritte tun, wozu wir den Kopf schütteln müssen. So ist es mein Ersuchen alles fehlerhafte darin auszumerzen, um beider Seiten gleiches Vergnügen zu bescheren.“

 

Ja der Sommer ist da, die Hormone randalieren im Blut; der Herbst mit seinen kalten einsamen Stunden naht und der Winter… eigentlich ist es vollkommen egal welche Jahreszeit gerade herrscht- manche Bedürfnisse hat man eben immer. Und Ausreden sind gar nicht nötig. Es gibt Stellen am Körper, die kann man selbst kratzen wenn sie jucken doch manchmal muss man sich wie ein Bär an einem Baum reiben damit es wirklich aufhört. Du kannst weiter mit roten Ohren vor deinem Computer oder Handy sitzen und dir ausmalen was du alles mit manchen Personen anstellen würdest oder du setzt es einfach in die Tat um. Denn wenn man ganz ehrlich ist, fabriziert man dabei außer verbrauchten MBs, Krämpfen in der Hand und viel heißer Luft gar nichts. Es gibt noch genug Gelegenheiten nur von Dingen zu träumen ohne sie machen zu können: Wenn du schuften musst bis zum Umfallen, um die Miete zahlen zu können, deine Eltern wieder bei DIR einziehen; dein Hintern sich anfühlt wie eine Kokosnuss oder du wenn dir kalt ist gern mal die Nippel mit in die Socken stecken kannst um sie zu wärmen. Also, wenn nicht jetzt wann dann? Raus aus der Comfort-Zone und rein ins Vergnügen. Natürlich nicht ohne ein bisschen Vorbereitung.

 

„Gewissen Leuten ist eine Leichtigkeit im Umgange und die Gabe, geschwind Bekanntschaften zu machen und Zuneigung zu gewinnen, wie angeboren; andern hingegen hängt von Jugend auf eine gewisse Blödigkeit und Schüchternheit an, die sie nicht abzulegen vermögen, wenngleich sie täglich fremde Leute allerorten um sich sehen. Eine gewisse Leichtigkeit im Umgange also, die Gabe, sich gleich bei der ersten Bekanntschaft vorteilhaft darzustellen, mit Menschen aller Art zwanglos sich in Gespräche einzulassen und bald zu merken, wen man vor sich hat und was man mit jedem reden könne und müsse, das sind Eigenschaften, die man zu erwerben und auszubauen trachten soll.“

Falsch: In eine Bar oder einen Club gehen, das Objekt der Begierde den ganzen Abend anstieren, sich nicht trauen sie oder ihn anzusprechen, aus lauter Verzweiflung die Person irgendwann anzurempeln dann aber keinen klaren Satz rausbekommen und wie ein Vollidiot dazustehen und allein nach Hause gehen!

Richtig: Die Technologie des 21. Jahrhunderts nutzen.

Wenn du zu den Menschen gehörst, die auch ohne das Internet jemanden klar machen können – herzlichen Glückwunsch. Für alle anderen – es gibt Apps dafür. Mit „Bang with Friends“ kannst du ganz anonym Leute aus deiner Facebook-Freundesliste auswählen mit denen du ganz gern mal offline „Ringel-pietz-mit-anfassen“ spielen möchtest und ihr werdet beide benachrichtig, sollte auch die andere Person Interesse haben, wenn nicht bleibt alles geheim. Mit „Snapchat“ kannst du Messages, Bilder und Videos mit Leuten austauschen ohne ihnen deine Handynummer zu verraten. Je nach Ufer, an dem du segelst, kannst du hier auch auf Grindr (Jungs) oder Qrushr (Mädels) zurückgreifen, um einen gleichgeschlechtlichen Hafen anzusteuern. Sobald sich wer geeignetes für ein One-on-One gefunden hat, kann die Operation Date beginnen. Aber aufgepasst – sexy texting will gelernt sein.

Es gibt ein paar Dinge im Leben die man beherrschen sollte, wenn man über 16 ist – dir selbst etwas zu Essen machen können, damit du ohne Mutti nicht verhungerst; deine eigene Wäsche waschen, weil niemand wissen muss woher diese Flecken kommen und ganz besonders wichtig: Sexting!

 

  1. Langsam Anfangen Gleich mit der Tür ins Haus zu fallen ist keine gute Idee. Wer sein schmutziges Pulver direkt am Anfang verschießt, hat nichts mehr zum Nachladen. Egal wie verzweifelt du wirklich bist, zeig keine Schwäche. Allerdings sollte man auch kurz übers Eingemachte reden. Vorlieben und Fetische sind nicht jedermanns Sache, daher sollte man hier immer ehrlich sein und nicht lügen nur um schneller zur Sache zu kommen. Denn spätestens wer ausgepeitscht wird, obwohl er nicht drauf steht, hat in den roten Gummiball gebissen.
  2. Sprachliche Feinheiten Schon klar, wir haben 2013 und niemand erwartet hier richtige Groß-und-Kleinschreibung und immer korrekte Interpunktion. Ein „schreip mich ein fach an und schaut was ich will bin fur alle offen”, könnte bei deinem Chatpartner die Vermutung nahelegen man schreibe mit einem sehr intelligenten Affen.
  3. Bilder austauschen Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Ein Bild der Wünschelrute in Nahaufnahme ist absolut überflüssig. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Damen. Anatomisch-korrekte Fotografien hängen beim Gynäkologen oder werden in Biobüchern abgedruckt. Ein heißes Bild in Unterwäsche macht mehr Appetit als die Mahlzeit selbst. Wichtig ist aber wirklich Bilder von dir selbst zu schicken. Gefakte Aufnahmen von Waschbrettern, Riesenkürbissen oder Salatgurken wecken falsche Vorstellungen und machen ein Treffen mehr als unangenehm oder sogar unmöglich. Und das wollen wir doch nicht!? Und noch ein Ratschlag an alle, die ein bisschen auf den Kopf gefallen sind. Schmutzige Bilder von dir sollte es nur ohne Gesicht geben. Die könnten schnell in die falschen Hände geraten und wenn du nicht Rihanna bist und dir alles egal ist, lass es bleiben.
  4. Sonderregel Wenn du Michaela Schaffrath wirklich nur für ihre Schauspielkunst kennst und lieber mit Peter als mit Petra spielst, dann gelten die vorherigen Regeln nicht. Zeig alles was du hast, benutze die scheußlichste Wortwahl, verwende Insider-Abkürzungen – hier gibt es keine Regeln.

 

 

„Eine der wichtigsten Tugenden im gesellschaftlichen Leben und die wirklich täglich seltener wird, ist die Verschwiegenheit. Es gibt eine Menge Dinge, die zwar nicht eigentlich Geheimnisse sind, wovon uns aber die Vernunft lehrt, dass es besser sei, sie zu verschweigen. Ich empfehle also eine kluge Verschwiegenheit, die jedoch nicht in lächerliche Mysteriösität ausarten muss.“

An dieser Stelle ein kleines Intermezzo für die Damenwelt. Du bist nicht billig nur weil du mal wo anders frühstücken möchtest. Es gibt tausend Gründe sich ab und zu in die Horizontale befördern zu lassen. Keiner muss davon erfahren. Also lass es krachen. Falls du Angst hast an einen Serienkiller zu geraten, kannst du deiner besten Freundin die Adresse mitteilen wo du gerade Gymnastikübungen machst. Falls du dich nicht mehr meldest kann sie einfach ein Sondereinsatzkommando dorthin bestellen. Du weißt, dass sie das wirklich machen würde.

 

 Über den Umgang mit älteren Menschen

„Der Umgang unter Menschen von gleichen Jahren scheint freilich viel Vorzüge und Annehmlichkeiten zu haben. Ähnlichkeit in Denkungsart und wechselseitige Austauschung solcher Ideen, die gleich lebhaft die Aufmerksamkeit erregen, ketten die Menschen aneinander. Jedem Alter sind gewisse Neigungen und leidenschaftliche Triebe eigen. Es ist indessen nicht genug, dass der Umgang ältrer Leute den jüngern nicht lästig und hinderlich werde; er muss ihnen auch Nutzen schaffen. Eine größere Summe von Erfahrungen berechtigt und verpflichtet jene, diese zu unterrichten, zurechtzuweisen, ihnen durch Rat und Beispiel nützlich zu werden.“

Es kommt vor, dass auch Menschen im fortgeschrittenen Alter Interesse an einem Tête-à-tête mit dir bekunden. Diese kannst du höflich ignorieren oder wenn es sich nicht um echtes Wellfleisch handelt, ernsthaft in Betracht ziehen. Langjährige Erfahrung in diesem Bereich kann durchaus von Vorteil sein und dir persönlich neue Horizonte eröffnen. Wenn du ganz und gar einem Treffen abgeneigt bist, solltest du überlegen ob du nicht mit getragenen Shorts, Höschen, Socken und was sonst noch so gefragt ist, einen kleinen Versandhandel aufmachst und so die Ebbe in der eigenen Kasse bekämpfst.

 

 

Vorbereitung unmittelbar vor dem Akte

„Also nur noch etwas über die Kleidung. Kleide Dich nicht unter und nicht über Deinen Stand; nicht über und nicht unter Dein Vermögen; nicht phantastisch; nicht bunt; nicht ohne Not prächtig, glänzend noch kostbar; aber reinlich, geschmackvoll, und wo Du Aufwand machen musst, da sei Dein Aufwand zugleich solide und schön. Zeichne Dich weder durch altväterische, noch jede neumodische Torheit nachahmende Kleidung aus. Wende einige größere Aufmerksamkeit auf Deinen Anzug, wenn Du in der großen Welt erscheinen willst. Man ist in Gesellschaft verstimmt, sobald man sich bewusst ist, in einer unangenehmen Ausstaffierung aufzutreten.“

Es ist soweit. Du hast dich mit der Person deiner Wahl für ein Stelldichein verabredet? Dann folgen nun die letzten aber nicht minderwichtigen Vorbereitungen. Waschen mit Wasser und Seife. Was so selbstverständlich klingt, ist doch für mehr Menschen, als man vielleicht glauben mag, eine Herausforderung. Gründlich Duschen bietet sich hier an – schließlich gelangt man hier mit der Nase an Stellen an der eigentlich nur Hunde sich in der Öffentlichkeit beschnuppern. Ebenfalls ein wichtiges Thema – Körperbehaarung! Hier sollte man einen entspannten Mittelweg finden. Es sollte nicht so aussehen, als hättest du dein Haustier mitgebracht; es sei denn stärke Körperbehaarung macht für beide den Reiz an der Sache aus. Aber auch zu wenig Haare können tricky sein – wenn du so aussiehst als würdest du noch mit einem Scout zur Schule gehen, hast du es übertrieben. Grundsätzlich ist fest zu halten: essentielle Körperöffnungen müssen auch bei Dämmerlicht einfach als solche zu identifizieren sein. Und um bei den Haustieren zu bleiben – Mani- und Pediküre ist für Männer und Frauen gleichermaßen wichtig. Niemand möchte danach aussehen als habe er mit einer wütenden Katze gekämpft. Schicke Unterwäsche an, Snoopy-Shorts und Liebestöter dürfen heute daheim bleiben, Socken ohne Löcher und du bist bereit.

 

Sollte die Zusammenkunft in deinen Vierwänden stattfinden ist leider noch mehr zu beachten. Wenn es bei dir so aussieht als würde Tine Wittler dort bald ein RTL- Special drehen – Räum deine Bude auf! Sobald das Liebesnest auf Hochglanz poliert ist, folgt der nächste Schritt. Schließ alle deine Wertsachen weg! Du kennst die Person ja kaum und des öfteren hat diese nicht nur Augen für dich, sondern auch für dein Handy, iPad oder Portmonee. Dein Tanzpartner steppt im selben Team? Dann versteck auch teure Kosmetikprodukte oder Klamotten, denn auch hier scheinen einige einen Fünf-Finger-Discount für sich zu sehen.

 

 

Der Umgang beim Akte

„Wenn ich sage, dass man lieber allen geben, als von irgend jemand empfangen solle, so hebt das den Satz nicht auf, dass man nicht gar zu viel für andre tun dürfe. Willst Du aber im Umgange mit jemandem Trost, Glück und Lust finden, so musst Du ebenso vorsichtig, redlich, fein und gerecht mit Dir selber umgehn als mit andern, also dass ihr euch weder durch Misshandlung erbittert und niederdrücket, noch durch Vernachlässigung zurücksetzet, noch durch Schmeichelei oder Beleidigung verderbet. Dass diese Vorsicht verdoppelt werden müsse, sobald man an einem fremden Orte für sich etwas zu suchen oder zu fordern hat, versteht sich wohl von selber.“

Du hast alles vorbereitet. Die Tür öffnet sich. Es kann losgehen.

Wenn du bis hierhin zu sehr abgelenkt warst nach einem Facepic zu fragen, kann dich an dieser Stelle der Shrimp-Effekt (köstlicher Körper aber alles oberhalb der Schultern ist ungenießbar) aus dem Konzept werfen. Wenn aber alles glatt gelaufen ist, rutscht den meisten an dieser Stelle trotzdem das Herz in die Hose. Nur Mut! Ab hier kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Und die Hose hast du gleich eh nicht mehr an. Ein bisschen leise Musik hilft die peinliche Stille zu überbrücken. Von jetzt an gilt: oben anfangen, auf wesentlich konzentrieren, langsam südwärts vorarbeiten – der Rest regelt sich von selbst. Kleiner Tipp: Geh auf dein Gegenüber ein – wenn es nur um dich ginge, hättest du dir die mühe sparen können und es ganz mit dir selbst ausmachen können. Erst wenn es beiden Spaß macht, wird es auch wirklich gut. Echtes No No sind Angaben darüber, dass man schon in 20 Minuten irgendwo anders sein muss. Was könnte es wichtigeres geben als das, was da gerade vor sich geht? Nimm dir also Zeit dafür. Wenn es unerwarteterweise doch länger dauert als erwartet, haben dein Freunde sicher Verständnis von dieser Art der Verspätung. Ebenfalls zu vermeiden sind extreme Ausrufe aller Art, seien sie auch im Eifer des Gefechts unabsichtlich. Das Hintertürchen ist wie bei den meisten Clubs nur für VIPs und wird nur nach Absprache geöffnet. Gezwungen wird niemand.

Das war dann auch schon alles.

 

Eins noch: SAFETY FIRST!!!! Kondome sind das A und O. Keine Diskussion!

Ähnliche Beiträge