Kennt ihr noch diese temporären Tattoos die man sich als Kind irgendwo auf die Haut kleben konnte? Auch wenn man uns damals fast mit nem Mitglied der Hells Angels verwechselt hat, sind die Sticker genauso schnell verschwunden wie sie aufgetaucht sind. Aber hauptsache Spass hat es gebracht und das hat es (bis man sie am Abend vor den Schulfotos nicht mehr abbekommen hat). In den letzten Jahren sind temporäre Tattoos wieder beliebter geworden, vor allem als dekorativer Festival-Schmuck mit Motiven aus Silber- oder Goldfolie. Aber die selbstklebenden Bilder müssen nicht nur dekorativ sein. So hat taiwanesische Künstlerin John Yuyi, mit richtigem Namen Chiang Yu-Yi, den Bodytrend für sich entdeckt. Mit selbst entworfenden Designs nutzt die junge Künstlerin die Kurzlebigkeit der Tattoos um Kunstwerke auf ihrem Gesicht und Körper zu erstellen, die zum Nachdenken anregen. Dabei bewegt sie sich meist in den Themenbereichen Internet, vor allem Social Media und dessen Effekt auf unser Denken und Handeln.

 

 

In Taipei geboren, hat die 29-Jährige mit einem Bachelor of Arts in Fashion Design von der Shih Chien Universität ihre Kreativität schon früh mit Mode verbunden. Ehemaliger Praktikant Jason Wus und Teilzeit-Model hat Yuyi mittlerweile eine beeindruckende Online-Präsenz von mehr als 200.000 Instagram-Followern aufgebaut, die sie mit Marken wie Gucci und Nike in Kontakt gebracht hat. Mit einer Obsession für Social Media und alles digitale hat sie diese zur ihrem Vorteil genutzt und bekannte Internet Icons und Designs in Kunstwerke umgewandelt, die sowohl humorvoll kritisieren als auch ästhetisch anziehend sind. In Yuyis Kollaboration mit Gucci in 2018 hat sie dabei ihre temporären Tattoos genutzt um Guccis Instagram zu referieren, welches ihr zu weltweiter Bekanntheit verholfen hat. Dabei beschreibt Guccis Samantha Culp die Kollaboration mit John Yuyi wie folgt:

 

„The Taipei-born, New York-based artist first became an Instagram sensation for applying her Facebook profile as a temporary tattoo on her own face, reflecting our complex relationship to online expression, identity, and desire for approval. This series expanded to include “likes”, messages, avatars and logos, inking our very flesh, even temporarily, with the digital structures we inhabit and are now a part of us. John Yuyi shows how aesthetic taste and desire is more than skin deep.“

 

Mehr zu Yuyis Kunstwerken gibt es auf ihrem Instagram. Und wir gehen jetzt übrigens in den nächsten Kiosk und holen uns n Tribal Tattoo für den Oberarm.

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