Laut Andy Warhol ist ja „alles Kunst“, aber was, wenn die besagte nicht von Menschenhand geschaffen wurde, sondern durch Computer? Das Auktionshaus Christie’s versteigert diesen Monat das erste AI (artificial intellegence) Kunstwerk und die New Delhi gallery witmet der Computer generierten Kunst eine ganze Ausstellung. Zeit also sich der Kunst des dritten Jahrtausends zu witmen.

Während Banksy seine Werke nach der Versteigerung schreddert und damit nicht nur dem Käufer -für 1 Millionen Schleifen- sondern der Welt elektronische Grüße übermittelt, verzichtet manche Kunst nicht auf Strom aber auf die Hand eines Künstlers.

Der Münchner Mario Klingemann, zum Beispiel, trainierte einen Algorithmus mit den Porträts alter Meister und setzte diesem dann Webcam-Aufnahmen von sich selbst vor. Das Ergebnis: Ein Video von schmelzenden, vieläugigen grotesken Gestalten, die stark an Francis Bacon erinnern.

Memo Akten, Deep Meditations, 2018

Der türkische Künstler Memo Akten gehörte zu den ersten Künstlern, die ein AI – Kunstwerk verkauften. Beachtliche $8,000 brachte das Werk bei einer Wohltätigkeitsauktion, die Google 2016 in San Francisco veranstaltete.

Zwei Jahre später bereitet Christie’s seine erste AI Versteigerung vor. Angeboten wird ein Stück des in Paris ansässigen Kollektivs Obvious mit dem Titel “Portrait of Edmond Belamy”, für das ein Betrag zwischen 8.000 und 11.500 US-Dollar erwartet wird. Stilecht wurde das Bild auch vom Computer signiert. Künstliche Kunst ist damit offiziell am Olymp des Kunstmarktes angekommen.


Portrait of Edmond de Belamy, 2018, Obvious Art

Experten sind sich nicht sicher, wie traditionelle Kunsthändler auf die Versteigerung von Obvious‘ Portrait reagieren könnten. Allerdings dürfte künstliche Intelligenz keine Bedrohung für die Kunstlandschaft darstellen. Ähnlich wie die Fotografie 1800 werden Computer nur ein neues Medium werden und nicht die Kunst ersetzen.

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